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Copilot Champions aufbauen: Champion-Programm Schritt für Schritt

Ein Champion-Programm gibt Kolleginnen und Kollegen aus den Fachbereichen eine feste Rolle in der Copilot-Einführung: ausprobieren, Beispiele weitergeben, Fragen zurückmelden. Dieser Leitfaden zeigt, wie du es aufbaust und was die Rolle nicht leisten soll.

Von , Microsoft MVP Veröffentlicht

Bevor du startest

  • Eine Person oder ein Team, das die Copilot-Einführung verantwortet und Fragen der Champions annimmt
  • Rückendeckung der Führung: Die Vorgesetzten der Champions wissen von der Rolle und geben Zeit dafür
  • Zugang zu Microsoft 365 Copilot oder Copilot Chat für alle Champions

Die Schritte in diesem Guide

  1. Zweck festlegen und die Rolle abgrenzen Schreib auf, wofür es die Champions gibt und was sie nicht übernehmen. Microsoft nennt als Nicht-Aufgaben IT-Support, Lizenzierung, Sicherheits- und Compliance-Freigaben, formale Schulungen und die Einführungsstrategie.
  2. Eine einseitige Charta schreiben Die Charta hält Zweck, Nutzen für die Champions, unterstützte Teams, Profil, Aufgaben, Nicht-Zuständigkeiten, Eskalationswege, Anerkennung und erwartete Teilnahme auf einer Seite fest.
  3. Champions auswählen Gesucht sind neugierige, glaubwürdige Leute aus den Fachbereichen, die Copilot praktisch einsetzen und im Team gehört werden. Prüf, dass jeder Bereich, den das Programm unterstützt, mindestens eine Ansprechperson hat.
  4. Einen festen Ort für den Austausch einrichten Ein eigenes Team oder ein Kanal in Microsoft Teams bündelt Ankündigungen, Fragen, Beispiele und Material an einer Stelle.
  5. Regelmäßig treffen, am besten monatlich Microsoft empfiehlt für Champion-Programme regelmäßige monatliche Treffen; entscheidend ist, dass sie verlässlich stattfinden. Wechsle die Formate, damit in der Gruppe etwas los bleibt.
  6. Beispiele sichtbar machen, Rückmeldungen sammeln, anerkennen Champions teilen Prompts und Ergebnisse, sammeln Fragen und Hindernisse aus ihren Teams und geben sie an das Einführungsteam weiter. Mach ihren Beitrag sichtbar, damit die Rolle keine Zusatzlast ohne Gegenwert wird.

Ein Copilot-Champion-Programm ist ein fester Rahmen, in dem ausgewählte Mitarbeitende aus den Fachbereichen Microsoft 365 Copilot im eigenen Arbeitsalltag erproben, Beispiele an ihre Kolleginnen und Kollegen weitergeben und Fragen und Hindernisse an das Einführungsteam zurückmelden. Es ergänzt IT, Schulung und Compliance, ersetzt sie aber nicht.

Die Gruppe selbst heißt je nach Unternehmen Champion Network, Early Adopter, Piloten oder FlightCrew. Gemeint ist immer dasselbe: Leute, die Copilot vorleben, bevor es alle haben, und die im Team zuerst gefragt werden. Stand dieses Leitfadens: Oktober 2026.

Was macht ein Copilot Champion und was nicht?

Microsoft beschreibt Champions auf der Adoptionsseite zur Champion-Rolle als vertrauenswürdige Vorreiter, die Copilot ausprobieren, den Nutzen im Alltag zeigen und die Einführung für ihre Kolleginnen und Kollegen greifbar machen. Drei Aufgaben stehen dort im Mittelpunkt:

  • Ausprobieren: sinnvolle und verantwortungsvolle Wege finden, Copilot in der täglichen Arbeit einzusetzen.
  • Weitergeben: echte Beispiele und Vorgehensweisen teilen, die andere auf ihre Arbeit übertragen können.
  • Wachsen: den eigenen Umgang mit KI vertiefen und dabei Kommunikation, Moderation und Führung üben.

Genauso deutlich ist die Grenze. Champions ersetzen laut Microsoft weder IT noch Compliance, Schulung oder das Einführungsteam. In der Charta sollen ausdrücklich als „nicht zuständig“ stehen: IT-Support, Lizenzierung, Sicherheits- und Compliance-Freigaben, formale Schulungen, die Einführungsstrategie und die Geschäftsergebnisse. Champions übersetzen die Vorgaben des Unternehmens in den Arbeitsalltag ihres Teams.

Für wen lohnt sich ein Champion-Programm?

Ein Champion-Programm lohnt sich, sobald Copilot nicht mehr nur bei einer Handvoll Leuten läuft, sondern in mehreren Teams ankommen soll. Zentrale Schulungen erreichen viele Menschen, aber nicht jeden Arbeitsablauf. Champions sitzen dort, wo die Fragen entstehen. Ein Center of Excellence bündelt Standards, Governance und Unterstützung zentral; Champions ergänzen es dort, wo zentrale Schulung allein nicht ankommt.

Microsoft nennt Nutzen auf beiden Seiten:

  • Für das Unternehmen: Champions verbinden die unternehmensweite Einführung mit einzelnen Teams, machen aus Versuchen wiederholbare Abläufe und sorgen für kürzere Rückmeldewege.
  • Für die Champions: Die Rolle wirkt am besten, wenn sie sich wie eine Entwicklungschance anfühlt und nicht wie ein weiteres Ehrenamt. Champions bauen praktisches KI-Wissen auf, üben Moderation und Veränderungsarbeit, lernen andere Champions kennen und bekommen Anerkennung.

Im Podcast 365 Checkpoint nennt Daniel diese Gruppe eine Grundvoraussetzung für Einführungsprojekte und beschreibt, wie ein Unternehmen über das aktuelle Projekt hinaus von ihr profitiert (Folge 10: Champions Community erfolgreich gründen und nutzen).

Wie baust du ein Champion-Programm auf?

Die sechs Schritte oben im Überblick, hier mit dem, worauf es jeweils ankommt.

1. Zweck festlegen und die Rolle abgrenzen

Beginne mit einem Satz: Wofür gibt es die Champions in deinem Unternehmen? Zum Beispiel „Copilot in den Fachbereichen in den Alltag bringen und Fragen früh an das Einführungsteam zurückspielen“. Schreib direkt darunter, was Champions nicht übernehmen. Ohne diese Grenze landen Lizenzfragen, Passwortprobleme und Freigaben bei den Champions, und die Rolle wird zum zweiten Helpdesk.

2. Eine einseitige Charta schreiben

Microsoft empfiehlt eine Charta auf einer Seite. Sie soll diese Punkte enthalten:

Punkt Was hineingehört
Zweck der Rolle Warum es die Rolle gibt und wie sie eine praktische, verantwortungsvolle Einführung unterstützt
Nutzen für Champions KI-Wissen, Sichtbarkeit, Anerkennung, Einfluss, Gemeinschaft, berufliche Entwicklung
Unterstützte Teams Teams, Abteilungen oder Gruppen, für die die Champions da sind
Profil Neugier, Glaubwürdigkeit, Kommunikationsstärke, Lust am Ausprobieren und Teilen
Aufgaben Verantwortungsvolle Nutzung vorleben, Beispiele teilen, Rückmeldungen sammeln, an Ressourcen weiterverweisen
Nicht zuständig IT-Support, Lizenzierung, Sicherheits- und Compliance-Freigaben, formale Schulung, Einführungsstrategie, Geschäftsergebnisse
Unterstützung und Eskalation Wohin Fragen gehen, die außerhalb der Rolle liegen
Zusammenarbeit Programmverantwortliche, IT-Administration, Führungskräfte, andere Champions, Datenschutz und Compliance
Entwicklung und Anerkennung Wie Champions lernen, Erfolge teilen und Anerkennung bekommen
Erwartete Teilnahme Zeitaufwand, Teilnahme an Treffen und Community, Häufigkeit von Beiträgen

Die Charta dient gleichzeitig als Einladung: Wer sie liest, weiß, worauf er sich einlässt und was er dafür bekommt.

3. Champions auswählen

Microsoft beschreibt starke Champions mit drei Eigenschaften: neugierig und glaubwürdig (sie lernen durch Machen und haben das Vertrauen ihrer Kolleginnen und Kollegen), praktisch (sie bauen wiederverwendbare Beispiele und Prompts und melden Hindernisse) und mit Einfluss (sie führen Gespräche und Demos und verbinden andere mit den richtigen Ansprechpersonen). Technisches Spezialwissen steht nicht auf dieser Liste.

4. Einen festen Ort für den Austausch einrichten

Für Champion-Programme in Microsoft 365 empfiehlt Microsoft ein eigenes Team, über das die gesamte Kommunikation, Rückmeldungen und Material laufen. Dazu passt ein eigener Copilot-Kanal für die Teams, in dem Tipps, Beispiele und neue Funktionen geteilt werden. So landen Fragen nicht in Einzelchats, und gute Antworten bleiben auffindbar.

5. Regelmäßig treffen, am besten monatlich

Microsoft rät für Champion-Programme zu regelmäßigen monatlichen Treffen und betont, dass die Verlässlichkeit zählt. Für Communitys rund um Copilot Studio schlägt Microsoft vor, dass ein Champion regelmäßig eine eigene Runde für die anderen Champions leitet, in der sie Rückmeldungen aus ihren Bereichen austauschen und Termine abstimmen. Den Start in den Teams beschreibt Microsofts Adoptionsseite in vier Schritten: Auftakt per Teambesprechung oder Mail, eine kurze Demo, Sprechstunden für praktische Hilfe und Formate wie Lunch-and-Learn mit echten Beispielen.

Eine Community zu gründen ist der leichtere Teil, sie am Leben zu halten der schwerere. In Folge 33 von 365 Checkpoint stellt Daniel zehn Ideen für Community-Formate vor, damit in der Gruppe regelmäßig etwas passiert.

6. Beispiele sichtbar machen, Rückmeldungen sammeln, anerkennen

Laut Microsoft gehört zur Champion-Arbeit, Prompts und Ergebnisse zu zeigen, den Erfolg einzelner Anwendungsfälle per Umfrage zu messen, Erfolge zu teilen und Rückmeldungen und Hindernisse aus dem Team zu dokumentieren. Wie ein Überblick über Nutzung, Schulungsstand und Champions je Bereich aussehen kann, zeigt das Lookbook-Dashboard Befähigung und Champions. Dort fällt auch auf, welche Bereiche noch keinen Champion haben.

Wie viele Champions brauchst du?

Eine feste Quote nennt Microsoft auf der Seite zur Champion-Rolle nicht: Zeitaufwand, Treffen und Häufigkeit legt jedes Unternehmen in seiner Charta selbst fest. Im Netz kursieren verschiedene Verhältniszahlen, die sich widersprechen und nicht von Microsoft stammen. Wir nennen deshalb keine. Ein brauchbarer Maßstab ist die Spalte „unterstützte Teams“ in der Charta: Jedes Team, für das das Programm da sein soll, braucht mindestens eine Person, die es als Champion kennt.

Welche Fehler solltest du beim Aufbau vermeiden?

  • Die Rolle ohne Zeit und Rückendeckung vergeben. Ein Titel nebenbei reicht nicht. Ohne Rückhalt der Führung schläft ein Champion Network schnell wieder ein. Microsoft rät, die Rolle als Entwicklungschance anzulegen, nicht als zusätzliches Ehrenamt.
  • Champions als Ersatz-Support einsetzen. IT-Support, Lizenzen und Freigaben gehören laut Microsoft ausdrücklich nicht zur Rolle. Wer das nicht vorher klärt, verliert die Champions an Tickets.
  • Ohne Charta starten. Klare Vorteile und klare Grenzen sorgen laut Microsoft für einen Austausch, der auf Dauer funktioniert: Champions wissen, was erwartet wird und was sie dafür bekommen.
  • Keine Eskalationswege festlegen. Champions brauchen eine Stelle, an die sie Fragen außerhalb ihrer Rolle weitergeben. Sonst bleiben diese Fragen liegen.
  • Nach dem Auftakt nichts mehr anbieten. Ein Termin im Monat, der zuverlässig stattfindet, bringt mehr als ein großer Start und dann Funkstille.

Wo tauschen sich Champions über das eigene Unternehmen hinaus aus?

Microsoft betreibt das kostenlose Microsoft 365 Champions Program mit Online-Community, monatlichen Community-Calls und Material, das Unternehmen in ihrem eigenen Programm nutzen können. Microsoft empfiehlt, dass mindestens die Verantwortlichen eines internen Champion-Programms Mitglied werden. Für den Austausch auf Deutsch mit Champions aus anderen Unternehmen gibt es den Champions Club: ein Live-Termin in der Regel einmal im Monat in Teams und ein Gruppenchat.

Quellen

Einordnung für deine Einführung

Alles, was du für den Start brauchst, steht in diesem Leitfaden. Wenn du das Champion-Programm als Teil eurer Copilot-Einführung planen willst, mit Charta, Auswahl und den ersten Treffen, ist das ein Fall für individuelle Projekte.