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Autopilots / Persistente Agents in Copilot Studio – Praxistest und Erfahrungen

Copilot Studio gibt Agenten jetzt ein eigenes Konto in Microsoft 365. Sie haben ein Postfach, sind in Teams erreichbar, starten bei einer E-Mail oder nach Zeitplan von selbst und behalten, was sie gelernt haben. Ich habe zwei davon in der privaten Vorschau gebaut. Hier: Einrichtung, Voraussetzungen und Grenzen.

Von , Microsoft MVP Veröffentlicht

Ein Mann hält lächelnd einen Ausweis mit einem Roboterkopf an einem Band in die Kamera und legt mit der anderen Hand einen Briefumschlag in eine Ablage; auf dem Laptop daneben ein Briefsymbol und ein Kalender mit Wiederholungspfeil.
Bild KI-generiert

Ich habe in den letzten Wochen etwas in einer privaten Vorschau getestet, das Microsoft jetzt öffentlich gemacht hat: Agenten in Copilot Studio, die wie ein Kollege arbeiten. Sie bekommen ein eigenes Konto, starten von selbst, wenn etwas passiert, und nehmen mit, was sie gelernt haben. Microsoft beschreibt sie im Copilot-Studio-Blog vom 15. Oktober 2026 als persistent und proaktiv. Ich sehe sie als Autopilots, nur selbst gebaut als Agenten in Copilot Studio.

Du schreibst ihnen eine E-Mail, und sie holen sie aus ihrem eigenen Postfach. Sie sammeln Informationen, erstellen Dokumente, schreiben Leute in Teams an und posten Updates. In Kommentaren in Word, Excel und PowerPoint erwähnst du sie mit @, und sie steigen ein. Eine eingehende E-Mail oder ein fester Zeitplan reicht, damit ein Lauf startet, ohne dass jemand einen Prompt schreibt.

Die Seite Build eines Agenten in Copilot Studio mit dem Namen Daniels Personal Assistant, darunter der Knopf Agent account, links die Anweisungen, rechts die Bereiche Model, Triggers, Skills, Tools, Knowledge, Connected agents und Memory
Die Seite Build eines Agenten in Copilot Studio mit dem Namen Daniels Personal Assistant, darunter der Knopf Agent account, links die Anweisungen, rechts die Bereiche Model, Triggers, Skills, Tools, Knowledge, Connected agents und Memory · Stand 10/2026
  1. „Agent account“ gibt dem Agenten sein eigenes Konto. Das geht nur vor der ersten Veröffentlichung.

  2. Die Anweisungen beschreiben Rolle und Aufgabe. Was der Agent darf, regeln Trigger, Werkzeuge und Berechtigungen, nicht dieser Text.

  3. Das Modell wählst du je Agent, hier Claude Opus 5.5.

  4. Unter „Triggers“ legst du fest, was den Agenten startet: eine E-Mail, ein Zeitplan, ein neues Element in SharePoint.

  5. „Memory“ ist noch Vorschau. Mit eigenem Konto wird daraus ein gemeinsames Gedächtnis, das sich nicht einzeln abschalten lässt.

Was ist neu an diesen Agenten?

Neu ist, dass ein Agent ein eigenes Konto bekommen kann und im Tenant als Mitglied der Organisation auftritt. Microsoft stellt dafür vier Bausteine zusammen:

Die vier Bausteine persistenter Agenten laut Microsoft, Stand 15. Oktober 2026
BausteinWas er tutQuelle
Eigenes KontoEigene Identität in Microsoft Entra, eigenes Postfach, Platz in Teams und im Verzeichnis. Der Agent kann E-Mails senden und empfangen und in Verteiler aufgenommen werden.Microsoft Learn: Give your agent an account
TriggerEin Ereignis startet den Agenten ohne Prompt: eine eingehende E-Mail, ein neues Element in SharePoint oder ein Zeitplan.Microsoft Learn: Add triggers to an agent
@-Erwähnung in OfficeDu erwähnst den Agenten in Kommentaren in Word, Excel und PowerPoint. In der Vorschau geht das nur in einigen Fällen.Microsoft Copilot Studio Blog; Grenzen: Microsoft Learn
Gedächtnis für den ProzessDer Agent behält Vorlieben und Zusammenhänge von einem Lauf zum nächsten. Microsoft nennt das Business Process Memory.Microsoft Copilot Studio Blog; Microsoft Learn: FAQ for agent accounts

Weil der Agent unter seinem eigenen Konto handelt, sieht man laut Microsoft, was er getan hat und was ein Mensch. Admins verwalten und prüfen ihn wie jede andere Identität: Sie begrenzen seinen Zugriff, setzen weitere Kontrollen und steuern seinen Lebenszyklus. Für die nächsten Monate kündigt Microsoft Vorschläge an, wie du einen Agenten aus seinen bisherigen Läufen verbesserst. Später soll er außerdem einen eigenen Cloud-Rechner mit Browser für lange Aufgaben bekommen; dafür nennt Microsoft keinen Zeitraum.

Wofür nutze ich solche Agenten?

Den ersten nenne ich „Daniel’s Chief of Staff“. Er hilft mir beim Zusammenfassen, glättet meine Kommunikation, nimmt Aufträge von mir an und postet in Gruppenchats mit Kunden. Die Kunden sind dort Gäste in unserem Tenant. Nach außen antwortet der Agent in der Vorschau nicht; das kann sich noch ändern.

Der zweite meldet sich jeden Freitag beim Team. Dafür hat er Skills bekommen: Nach dem Trigger schreibt er dem Team eine Nachricht in Teams, wartet auf die Rückmeldungen, fasst alles zu einer Wochenzusammenfassung für unseren Manager zusammen und postet sie in Teams. Niemand muss mehr hinter Updates herlaufen.

Microsoft beschreibt auf Learn ein ähnliches Beispiel: einen Agenten, der nach Zeitplan einen Tracker liest, Blocker und fehlende Updates sucht, ein neues Dokument anlegt und den Link an die Prüfer schickt. Die Prioritäten setzen dort weiter Menschen.

Wie richtest du einen Agenten mit eigenem Konto ein?

Die Schritte stammen von zwei Seiten bei Microsoft Learn, eine zum Konto und eine zu den Triggern. Wichtig ist die Reihenfolge: Das Konto kommt vor die erste Veröffentlichung. Im Video siehst du die Schritte 3 bis 6 an meinem eigenen Agenten, Klick für Klick.

Klickvideo: einem Agenten in Copilot Studio ein Konto geben · Stand 10/2026

Was zu sehen und zu hören ist: 46 Sekunden, ohne Ton, Bildschirmaufnahme aus Copilot Studio. Auf der Seite Build wähle ich „Agent account“ und bestätige im Dialog „Review account changes“, dass Memory und der Trigger für Microsoft Copilot eingeschaltet werden. Unter „Create an agent identity“ trage ich Name, E-Mail-Adresse und Stellenbezeichnung ein und lege das Konto an. Danach zeige ich die sechs Trigger, die mit dem Konto dazukommen, lege einen Trigger „Recurrence“ mit einer zusätzlichen Anweisung an und öffne die Auswahl für Skills und Werkzeuge wie Outlook, Teams, SharePoint, OneDrive, Excel und Dataverse. Die E-Mail-Adresse des Agenten ist unkenntlich gemacht.

  1. Öffne die Vorschau von Copilot Studio und wähle eine Umgebung mit frühem Release-Zyklus.
  2. Leg einen neuen Agenten an, aber speichere ihn noch nicht.
  3. Wähle unter dem Namen des Agenten Agent account und dann Add account. Für Werkzeuge, die es unterstützen, wird das Agentenkonto jetzt zur Standard-Anmeldung.
  4. Ein Dialog zeigt, was sich am Agenten ändert. Bei mir wurden dabei Memory und der Trigger für Microsoft Copilot eingeschaltet. Wähle Continue und lege Name und E-Mail-Adresse fest. Vorne in der Adresse steht fest dein eigenes Kürzel, und der Agent berichtet an dich. Beides kannst du in der Vorschau nicht ändern, die Adresse auch nach der Veröffentlichung nicht. Plane den Namen also vorher.
  5. Gib optional eine Stellenbezeichnung ein und wähle Create account.
  6. Mit dem Konto kommen sechs Trigger von selbst dazu: Chat in Teams, Erwähnung in einem Kanal, eine E-Mail im Postfach des Agenten und die Erwähnung in einem Dokument, einer Tabelle oder einer Präsentation. Unter Triggers fügst du hinzu, was den Agenten außerdem starten soll, zum Beispiel einen Zeitplan für jeden Freitag. Jeden Trigger testest du vorher mit dem Kolben-Symbol.
  7. Wähle Publish. Erst jetzt wird das Konto aktiv: Postfach, Platz in Teams, Eintrag im Verzeichnis.

So sah das bei mir aus. Zuerst zeigt Copilot Studio, was sich am Agenten ändert:

Dialog Review account changes in Copilot Studio: Memory als Einstellung und Microsoft Copilot als Trigger werden eingeschaltet, darunter der Abschnitt Authentication
Dialog Review account changes in Copilot Studio: Memory als Einstellung und Microsoft Copilot als Trigger werden eingeschaltet, darunter der Abschnitt Authentication · Stand 10/2026
  1. Mit dem Konto wurde bei mir das Gedächtnis eingeschaltet.

  2. Dazu wurde der Trigger für Microsoft Copilot eingeschaltet.

  3. Werkzeuge, die das Agentenkonto unterstützen, melden sich ab jetzt damit an. Mein Agent hatte noch keine.

Dann bekommt der Agent seine Identität. Die volle Adresse habe ich unkenntlich gemacht:

Dialog Create an agent identity mit den Feldern Name, Email und Job title, rechts die Vorschau der Visitenkarte des Agenten; die vollständige E-Mail-Adresse ist grau abgedeckt
Dialog Create an agent identity mit den Feldern Name, Email und Job title, rechts die Vorschau der Visitenkarte des Agenten; die vollständige E-Mail-Adresse ist grau abgedeckt · Stand 10/2026
  1. Den hinteren Teil der Adresse wählst du. Vorne steht fest dein eigenes Kürzel, nach der Veröffentlichung ist die Adresse nicht mehr änderbar.

  2. Die Stellenbezeichnung ist optional. Ich schreibe hinein, an wen der Agent berichtet.

  3. Rechts siehst du die Visitenkarte, mit der der Agent in Microsoft 365 auftritt.

  4. „Create account“ legt das Konto an. Aktiv wird es erst beim Veröffentlichen.

Nach dem Anlegen stehen unter Triggers sechs Auslöser, um die du dich nicht kümmern musst:

Aufklappfenster Triggers included with agent account mit sechs Einträgen: Chat in Teams, Erwähnung im Kanal, E-Mail im Postfach des Agenten sowie Erwähnung in Dokument, Tabelle und Präsentation
Aufklappfenster Triggers included with agent account mit sechs Einträgen: Chat in Teams, Erwähnung im Kanal, E-Mail im Postfach des Agenten sowie Erwähnung in Dokument, Tabelle und Präsentation · Stand 10/2026
  1. „+6 included with agent account“: Diese Trigger kommen mit dem Konto.

  2. Eine E-Mail an das Postfach des Agenten startet ihn.

  3. Eine @-Erwähnung in Word, Excel oder PowerPoint auch.

Für einen Zeitplan fügst du den Trigger Recurrence hinzu:

Einstellungen des Triggers Recurrence: Feld für zusätzliche Anweisungen mit dem Text Check for open ends and incoming mails with open todos, darunter Frequency, Interval, Start time und Time zone mit Schaltern Editable by user
Einstellungen des Triggers Recurrence: Feld für zusätzliche Anweisungen mit dem Text Check for open ends and incoming mails with open todos, darunter Frequency, Interval, Start time und Time zone mit Schaltern Editable by user · Stand 10/2026
  1. Eine zusätzliche Anweisung nur für diesen Trigger. Wichtig, wenn ein Agent mehrere Trigger hat.

  2. Wie oft der Agent startet: hier jeden Tag, ich habe danach auf jede Stunde umgestellt.

  3. „Editable by user“: Ob andere diese Einstellung selbst ändern dürfen, wenn du den Agenten teilst.

  4. „Add trigger“ fügt ihn hinzu. Testen kannst du ihn danach über das Kolben-Symbol.

Die Anweisungen allein machen noch keinen Zeitplan und geben keinen Zugriff. Was der Agent darf, legst du über Trigger, Werkzeuge und Berechtigungen fest. Bei Werkzeugen gibst du nur den Zugriff, den der Job braucht.

Was brauchst du dafür?

Stand 15. Oktober 2026 läuft das nur in der Vorschau über das Frontier-Programm. Laut Microsoft Learn gehört dazu:

  • Dein Tenant ist im Frontier-Programm angemeldet, und die Nutzungsbedingungen für Microsoft Agent 365 sind akzeptiert.
  • Ein Admin hat zwei Schalter umgelegt: die Vorlage für Copilot-Studio-Agenten im Microsoft 365 Admin Center aktiviert (nur die dort gewählten Personen und Gruppen dürfen solche Agenten bauen) und Agent accounts für die Umgebung im Power Platform Admin Center eingeschaltet.
  • Wer den Agenten baut, braucht Microsoft 365 E5 mit dem Zusatz Agent 365 oder Microsoft 365 E7.
  • Jeder Agent belegt beim Veröffentlichen eine Lizenz „Microsoft 365 Frontier for AI Teammates“. Ist keine frei, schlägt das Veröffentlichen fehl.
  • Dazu kommt die Nutzung: Bauen, Testen und Laufen kann Copilot Credits verbrauchen. Was ein Credit kostet, steht in meinem Artikel zum Copilot-Preismodell.

Bevor du Lizenzen und Freigaben klärst, kannst du kostenlos prüfen, ob dein Agent mit eigenem Konto in Copilot Studio machbar ist.

Für Europa gilt ein Detail: Im Europäischen Wirtschaftsraum ist Teams getrennt von Microsoft 365 lizenziert. Der Agent bekommt sein Konto und sein Postfach trotzdem, erscheint in Teams aber nur, wenn dein Tenant Teams separat lizenziert hat.

Agenten mit Konto baust du in der neuen Oberfläche von Copilot Studio, die Microsoft GitHub Copilot Harness nennt. Das ist ein Baukasten in Copilot Studio, nicht der Dienst GitHub Copilot: Deine Daten gehen laut Microsoft nicht dorthin.

Was können die Agenten in der Vorschau noch nicht?

Microsoft listet die Grenzen offen auf. Diese solltest du kennen, bevor du einen Prozess darauf baust:

  • Niemand von außen. Der Agent antwortet niemandem außerhalb deines Tenants. Eine Umgehung gibt es in der Vorschau nicht.
  • Neue Dokumente ja, bestehende bearbeiten nein. Er kann Dokumente erzeugen, aber noch nicht in bestehenden Dokumenten mitschreiben. Nach meinem Stand ist das geplant. Auch in Office-Kommentaren kann er noch keine gezielten Änderungen vornehmen.
  • Keine geschützten Dokumente. Dateien mit Vertraulichkeitsbezeichnung wie „Confidential“ oder „Internal Only“ kann er nicht lesen. Nimm den Schutz nicht weg, nur damit der Agent testen kann. Teste mit unkritischen Beispielen.
  • Höchstens 250 Personen in einer E-Mail-Unterhaltung.
  • Nicht alles in Microsoft Graph. Nicht alle Vorgänge und Berechtigungen werden schon unterstützt.

Wer sieht, was sich der Agent merkt?

Hier unterscheiden sich Agenten mit Konto am stärksten von normalen Agenten. Ein normaler Agent in Copilot Studio hält für jede Person ein eigenes Gedächtnis, das niemand sonst sieht. Ein Agent mit eigenem Konto hat ein gemeinsames Gedächtnis für alle, die mit ihm arbeiten, auch im Einzelchat. Was eine Person ihm erklärt, nutzt dem ganzen Team.

Das hat Folgen, die Microsoft selbst so benennt:

  • Zusammenfassungen von Dateien und Chats, die du teilst, können in Antworten an andere auftauchen, auch an Personen ohne Zugriff auf das Original und unabhängig von der Vertraulichkeitsbezeichnung.
  • Zwischen den Personen gibt es keine Datenschutzgrenze. Der Agent soll Details über eine Person nicht bei anderen ansprechen, aber das ist eine Anweisung, keine Sperre.
  • Abschalten lässt sich das gemeinsame Gedächtnis in der Vorschau nicht. Niemand kann widersprechen, und ein Admin kann es nur mit dem ganzen Agentenkonto ausschalten.
  • Arbeitet 28 Tage niemand mit dem Agenten, löscht das System das Gedächtnis.

Ausgenommen sind laut Microsoft unter anderem Kennnummern, Passwörter, Gesundheitsdaten, Bewertungen von Leistung oder Verhalten und alles, was jemand ausdrücklich nicht gespeichert haben will. Teile mit dem Agenten trotzdem nur, was das ganze Team wissen darf. Der Agent sagt das beim ersten Kontakt auch selbst.

Und die Regel mit den E-Mails?

Ein Agent mit eigenem Postfach kann E-Mails lesen und senden. Meine Haltung aus „Warum euer Agent niemals automatisch E-Mails beantworten sollte“ gilt weiter: Eine eingehende E-Mail ist ungeprüfter Inhalt, und ein Agent, der auf alles von außen selbst antwortet, ist ein Risiko. Mein Chief of Staff nimmt Aufträge von mir an. Die Empfehlungen aus dem Artikel bleiben: Wer den Agenten kundenwirksam handeln lässt, legt vorher fest, wer freigibt, und prüft den Absender, bevor ein Trigger startet.

Meine Einschätzung

Ich sage es offen: Das ist richtig, richtig cool. Agenten, die im selben Postfach und in denselben Chats wie das Team leben, fühlen sich weniger wie ein Werkzeug an und mehr wie ein Kollege. Mit dem gemeinsamen Gedächtnis musst du nicht jedes Mal dasselbe erklären.

Microsoft rät im Beispiel auf Learn, mit einer freigegebenen Quelle und einer kleinen internen Gruppe anzufangen. Mein Freitags-Agent für den Wochenbericht bleibt auch im eigenen Team. Wenn du so einen ersten Agenten für deinen Tenant planen willst, mit Lizenzen, Freigaben und Gedächtnis, ist das genau ein Thema für das Coaching für IT und Admins.

Quellen

Alle Seiten abgerufen am 15. Oktober 2026.