Nutzungsbasierte Abrechnung heißt: Microsoft rechnet nach tatsächlicher Nutzung ab, gemessen in Copilot Credits. Laut Dokumentation ergänzt das die feste Lizenz um eine flexible Zahlungsoption, die sich am Verbrauch orientiert. Preise, Beispielrechnungen und Verbrauchswerte einzelner Aufgaben stehen nicht in diesem Glossar, sondern im Artikel zum neuen Copilot-Preismodell.
Wofür nutzt man Copilot Credits?
Vor dem Start eines regelmäßig laufenden Agenten prüft die Administration, welches Produkt Credits verbraucht, wie der Verbrauch gemessen wird und welche Budgets oder Grenzen gelten.
Wie funktionieren Copilot Credits?
Microsoft teilt KI-Arbeit in zwei Kategorien und ordnet ihnen zwei Wege der Bezahlung zu:
- Alltägliche KI und Lizenz: Die Lizenz pro Person deckt die grundlegende KI-Arbeit für die ganze Belegschaft ab, etwa Besprechungen zusammenfassen, Dokumente entwerfen oder Daten analysieren. Welches Modell antwortet, entscheidet im Standardmodus „Auto“ Copilot selbst.
- Fortgeschrittene KI und Credits: Aufwendige, länger laufende agentische Arbeit und neuere Frontier-Modelle laufen nutzungsbasiert. Die Dokumentation nennt Copilot Cowork, Code, Autopilot (früher Scout), neue agentische Erlebnisse in SharePoint und die Frontier-Modelle Astra und Fable. Diese Erlebnisse verbrauchen Credits und setzen zugleich eine Lizenz voraus.
Im Admin Center sind laut Dokumentation derzeit unter anderem Cowork, erweiterte Arbeit in SharePoint und OneDrive (jeweils mit Copilot-Lizenz), die Work-IQ-API für eigene Apps und Agents, die Copilot Managed Runtime und der Teams Phone Agent erfasst. Microsoft will weitere Agents und Dienste ergänzen. Andere Produkte haben eigene Seiten: Für Copilot Chat, SharePoint-Agents und die Retrieval-API gibt es eine Pay-as-you-go-Übersicht, für Copilot Studio die Studio-Abrechnung.
Wie bezahlst und steuerst du Credits?
Admins arbeiten im Microsoft 365 Admin Center unter Copilot > Cost management. Dort legen sie fest:
- Abrechnungsverfahren: Pay-as-you-go über ein Azure-Abonnement, ein vorausbezahlter Copilot Credit Pre-purchase Plan (P3) oder bereits gekaufte Kapazitätspakete. Zur Reihenfolge nennt die Dokumentation: zuerst Kapazitätspakete, dann P3, danach Pay-as-you-go.
- Spending Policies: Sie bestimmen, wer Credits ausgeben darf, für welche Agents und Dienste die Richtlinie gilt und welches monatliche Limit greift, für die Richtlinie und optional für einzelne Personen.
- Warnungen: E-Mails an Admins, wenn ein Schwellenwert erreicht ist, und Hinweise an Nutzende, die sich ihrem Limit nähern.
- Automatische Aufnahme neuer Dienste: Die Einstellung „Auto-apply new services“ ist standardmäßig an. Wer neue Dienste erst prüfen will, schaltet sie aus.
- Rollen: Globale Administratoren und Billing-Administratoren legen Abrechnungsverfahren fest. AI-Administratoren und Lizenzadministratoren bearbeiten Richtlinien, Limits und Warnungen, dürfen aber keine neuen Richtlinien anlegen. Leserollen sehen Verbrauch und Berichte, ohne etwas ändern zu können.
Wie grenzen sich Copilot Credits von verwandten Begriffen ab?
- Die Lizenz pro Person ist der feste Teil. Credits sind der variable Teil, der nur anfällt, wenn du fortgeschrittene Erlebnisse nutzt.
- Copilot Cowork verbraucht Credits. In Enterprise-Tenants nutzt es nur, wer in einer Spending Policy steht, die Cowork auswählt.
- Copilot Studio rechnet über Kapazität ab, die in der Power Platform verwaltet wird. Wie Studio Credits verbraucht, erklärt Copilot Studio Credits verstehen.
- Agent Flows verbrauchen für jede ausgeführte Aktion Copilot-Studio-Kapazität.
Worauf solltest du bei Copilot Credits achten?
Preise, Kontingente und Abrechnung können sich je nach Produkt, Vertrag und Region ändern. Lies die aktuelle Produktdokumentation und richte Kostenwarnungen ein, bevor du Automationen skalierst.
- Erst die Richtlinie, dann die Nutzung: Ohne eingerichtete Spending Policy kann niemand Erlebnisse mit nutzungsbasierter Abrechnung nutzen. Prüfe, wer in welcher Richtlinie steht.
- Limits pro Person: Das Limit je Person ist optional. Microsoft rät, es zu setzen, damit eine einzelne Person nicht alle verfügbaren Credits verbraucht.
- Geteilte Kapazität: Kapazität, die im Power Platform Admin Center Umgebungen zugewiesen ist oder dort verbraucht wird, verringert die Credits für Dienste im Microsoft 365 Admin Center. Schau deshalb in beide Verwaltungen.
- Schätzen vor dem Start: Für Cowork bietet Microsoft einen Copilot Credit Estimator an, mit dem du den möglichen Verbrauch für deine Organisation modellierst.
- Zuständigkeit klären: Laut Microsoft lässt sich nutzungsbasierte Abrechnung besser von Fachbereichen finanzieren, die Nutzen und Kosten gegeneinander abwägen können. Sprich deshalb mit Finanzen und Fachbereichen, nicht nur mit der IT.
Quellen
- Microsoft: Copilot Credits Guide (PDF, 16.06.2026)
- Microsoft Learn: Understand usage-based billing and cost management for Copilot Credits
- Microsoft Learn: Set up usage-based billing for Copilot Credits
- Microsoft Learn: Understanding the user subscription license (USL) and usage-based billing (UBB)
- Microsoft Learn: Copilot Studio licensing and consumption