Copilot Studio richtet sich an Teams, die einen Helfer für einen konkreten Prozess bauen und kontrolliert veröffentlichen wollen.
Wofür nutzt man Copilot Studio?
Das Serviceteam erstellt einen Agenten, der aus einer freigegebenen Richtliniensammlung antwortet, fehlende Angaben abfragt und bei einer Ausnahme an einen Menschen übergibt.
Wie funktioniert Copilot Studio?
Die Dokumentation beschreibt Copilot Studio als grafisches Studio, in dem du Agents und Workflows baust, mit den Daten und Systemen deiner Organisation verbindest und in den Kanälen veröffentlichst, in denen deine Leute ohnehin arbeiten, etwa Microsoft Teams, Microsoft Copilot oder auf einer Website. Drei Bausteine stehen im Mittelpunkt:
- Agents führen Gespräche und erledigen Aufgaben. Sie folgen deinen Anweisungen, ziehen die angebundenen Wissensquellen heran und nutzen Werkzeuge, um zu handeln. Du kannst einen Agenten in normaler Sprache beschreiben und ihn testen, bevor du ihn veröffentlichst. Manche Agents können ein eigenes Konto erhalten, um proaktiv zu arbeiten.
- Workflows sind Automatisierungen, die du im Drag-and-drop-Designer baust. Laut Doku haben sie eingebaute Tests und Kontrollen, bei denen ein Mensch eingreift.
- Agent Flows sind die bewährte Flow-Form in Copilot Studio mit einer Oberfläche, die Power Automate ähnelt. Sie laufen eigenständig oder hängen als Werkzeug an einem Agenten und geben ihm ein Ergebnis zurück.
Unter jedem Agenten arbeitet ein sogenanntes Harness, die Engine hinter den Kulissen. Die Wahl beeinflusst, wie der Agent schlussfolgert, wie komplex seine Aufgaben sein dürfen, was er ohne Zusatzarbeit kann und wie er abgerechnet wird. Die Dokumentation nennt drei Varianten: das GitHub-Copilot-Harness für Aufgaben mit viel Schlussfolgern und mehreren Schritten, das Standard-Harness für regelbasierte Agents mit strukturierten Gesprächen und das Copilot-Chat-Harness, um Copilot Chat um Wissen der Organisation zu erweitern.
Beim Standard-Harness ordnet der Agent eine Anfrage einem Thema zu, also einem von dir gestalteten Gesprächsabschnitt mit Schritten, Fragen und Bedingungen. Passt kein Thema, kann er aus den verbundenen Wissensquellen trotzdem eine Antwort formulieren. Für den Zugriff auf andere Systeme nutzt Copilot Studio Connectors und, als Werkzeuge, auch MCP-Server.
Für den Betrieb nennt die Dokumentation Auswertungen der Leistung, Tests der Qualität vor und nach der Veröffentlichung sowie eine Verwaltung mit Inventar, rollenbasiertem Zugriff und Kostensteuerung. Einzelne Bereiche wie die Erstellung von Apps und das Bauen per natürlicher Sprache sind als Preview gekennzeichnet.
Wann nimmst du was?
Copilot Studio ist nicht das einzige Werkzeug für Agents. Die Microsoft-Dokumentation stellt es dem Agent Builder gegenüber:
- Nimm den Agent Builder, wenn du schnell einen leichten Agenten für dich oder ein kleines Team brauchst, der Fragen aus vorhandenen Inhalten beantwortet. Du baust ihn direkt in Microsoft 365 Copilot, ohne Code.
- Nimm Copilot Studio, wenn der Agent ein größeres Publikum hat (Abteilung, Organisation oder externe Kundschaft), mehrstufige Abläufe, Genehmigungen oder die Anbindung von Geschäftssystemen braucht oder wenn du Umgebungen für Entwicklung, Test und Betrieb, Versionierung und rollenbasierte Zugriffe brauchst.
- Von klein nach groß: Ein im Agent Builder gebauter Agent lässt sich nach Copilot Studio kopieren, wenn er mehr können soll. Die Arbeit geht nicht verloren.
Wer ein eigenes Modell oder eigenen Code mitbringt, landet beim Custom Engine Agent. Für festgelegte Abläufe, die ein Agent aufruft, sind Agent Flows der passende Baustein.
Worauf solltest du bei Copilot Studio achten?
Low-Code bedeutet nicht automatisch risikofrei. Plane Eigentümerschaft, Berechtigungen, Testfälle und einen Weg zum Abschalten, bevor ein Agent breit veröffentlicht wird.
- Governance: Die Doku beschreibt, dass Admins in Copilot Studio steuern, mit welchen Systemen sich Agents verbinden dürfen. Richtlinien zur Datenverlustprävention, rollenbasierte Zugriffe und Auditierung gelten auf Umgebungsebene, und für die Veröffentlichung im Organisationskatalog ist die Freigabe eines Admins nötig. Verwaltet wird das im Power Platform Admin Center.
- Abrechnung: Je nach Harness gilt eine andere Abrechnung. Beim GitHub-Copilot-Harness nennt die Dokumentation eine nutzungsbasierte Abrechnung, die Copilot Credits verbrauchen kann, auch beim Bauen, Testen und Auswerten. Kläre das, bevor du einen Agenten laufen lässt.
- Vorschau-Funktionen: Baue nichts Wichtiges auf Funktionen, die als Preview markiert sind. Sie können sich ändern.
- Autonomie: Ein Agent mit eigenem Konto oder Auslöser handelt ohne Anstoß. Begrenze Rechte und Aufgabe eng, siehe Autonomous Agent.
Quellen
- Microsoft Learn: Microsoft Copilot Studio overview
- Microsoft Learn: Choose between Agent Builder and Copilot Studio to build your agent
- Microsoft Learn: Agent flows overview
- Microsoft Learn: Use Power Platform connectors as tools in Copilot Studio agents
- Microsoft Learn: Available tools for agents (GitHub Copilot)