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Copilot Agents

Was sind Autonomous Agents in Copilot Studio?

Ein Autonomous Agent reagiert selbstständig auf ein Ereignis, statt auf eine Frage von dir zu warten.

Von , Microsoft MVP Stand:

Der Begriff

Statt dass jemand ihm schreibt, startet ihn ein Ereignis: eine neue E-Mail, ein aktualisierter Datensatz oder ein Zeitplan. Die Auslöser heißen Trigger. Microsoft nennt solche Agents in Copilot Studio autonom, weil sie ohne Eingabe einer Person Entscheidungen treffen und Aufgaben ausführen, innerhalb von Anweisungen, Berechtigungen und Entscheidungsgrenzen, die du festlegst.

Wofür nutzt man einen Autonomous Agent?

Ein Autonomous Agent überwacht ein Postfach für Rechnungseingänge, prüft jede neue Nachricht gegen definierte Kriterien und legt einen Entwurf im Freigabeprozess an – ohne dass jemand ihn dafür erst anstoßen muss.

Die Dokumentation nennt als typische Aufgaben zeitkritische oder wiederkehrende Arbeit: Aktualisierungen verarbeiten, Ereignisse sortieren (Triage) oder Folgeaktionen anstoßen. Wenn zum Beispiel ein neues Teammitglied hinzukommt, kann der Agent eine Willkommensnachricht mit Onboarding-Material schicken.

Wie funktioniert ein Autonomous Agent?

Ein Event-Trigger ist laut Dokumentation Teil eines Ablaufs aus drei Schritten:

  1. Ereignis erkennen: Der Trigger registriert, dass ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist, etwa ein neues Element in SharePoint, eine neue Datei in OneDrive oder eine abgeschlossene Aufgabe in Planner. Auch eine verstrichene Zeitspanne zählt, der sogenannte Recurrence-Trigger.
  2. Nachricht senden: Der Trigger schickt eine Nachricht, die Payload, über einen Connector an den Agent. Sie enthält Informationen zum Ereignis und kann zusätzliche Anweisungen tragen, als reiner Text oder als JSON.
  3. Handeln: Der Agent wählt anhand seiner Anweisungen und der Payload eine oder mehrere Aktionen oder Themen aus. Er erfindet keine neue Aktion: Welche er zur Auswahl hat, legst du als Autor fest.

Voraussetzung ist, dass in Copilot Studio die generative Orchestrierung für den Agent eingeschaltet ist. Welche Trigger zur Verfügung stehen, hängt von den Datenrichtlinien deiner Organisation ab, und Admins können Event-Trigger in einer Umgebung sperren. Hast du mehrere Trigger oder komplexe Ziele, schreibst du die Anweisungen besser in die Payload des jeweiligen Triggers als alles in die allgemeinen Anweisungen des Agents. Widersprechen sich beide, kann das zu Fehlern oder unerwarteten Ergebnissen führen.

Was ein Autonomous Agent getan hat, siehst du in der Aktivitätsansicht Schritt für Schritt. Die Monitor-Seite zeigt vier Kennzahlenbereiche: Ergebnisse der Läufe, die Nutzung der Trigger, die Nutzung der Werkzeuge und die Nutzung der Wissensquellen.

Wie grenzt sich ein Autonomous Agent von verwandten Begriffen ab?

  • Ein Agent im Gespräch startet mit einer Nachricht. Themen-Trigger reagieren auf Formulierungen, die Nutzende eingeben. Event-Trigger reagieren auf Ereignisse außerhalb des Agents.
  • Ein Trigger ist das auslösende Ereignis. Ohne ihn läuft ein Autonomous Agent laut Dokumentation nicht, denn autonome Agents brauchen ausdrückliche Trigger.
  • Agent Flows sind festgelegte Abläufe, die ein Agent aufruft. Ein Autonomous Agent kann einen Flow als Werkzeug nutzen. Wenn er einen Connector nicht zuverlässig aufruft, nennt Microsoft als Ausweg, einen Power-Automate-Flow als Aktion zu hinterlegen.
  • Copilot Autopilot (früher Scout) ist ein persönlicher, proaktiver Agent von Microsoft mit eigener Identität, eigenem Gedächtnis und eigenem Arbeitsbereich. Einen Autonomous Agent in Copilot Studio gestaltest du dagegen selbst über Trigger, Anweisungen und Werkzeuge.
  • Copilot Cowork kennt laut Dokumentation geplante und ereignisgesteuerte Aufgaben, die mit den Rechten der Person laufen, die sie angelegt hat.
  • Guardrails sind die Grenzen, die ein autonomer Agent braucht, weil niemand im Moment der Aktion zusieht.

Wann nimmst du was?

  • Ein Dialog mit Fragen und Antworten: ein normaler Agent, den Menschen ansprechen.
  • Ein Ereignis soll Arbeit auslösen, etwa eine neue E-Mail im Sammelpostfach, eine neue Zeile in einer Tabelle oder ein fester Zeitplan: ein Autonomous Agent mit passendem Trigger.
  • Ein Ablauf mit festen Schritten, der immer gleich laufen soll: ein Agent Flow, den der Agent aufruft.
  • Eine Aktion mit Folgen, die sich schwer zurücknehmen lässt: eine Freigabe durch einen Menschen. Microsoft rät bei wichtigen Aufgaben, den Agent vor sensiblen Aktionen um Bestätigung bitten zu lassen, siehe Human in the Loop.

Worauf solltest du bei einem Autonomous Agent achten?

Ein autonomer Agent nutzt für seine Aktionen die Zugangsdaten der Person, die ihn eingerichtet hat. Prüfe deshalb vor der Veröffentlichung genau, auf welche Daten und Systeme er dadurch tatsächlich zugreifen kann.

  • Enger Auftrag: Gib dem Agent eine klar umrissene Aufgabe und sage, wo seine Befugnis endet. Ein enger, ausdrücklicher Rahmen verhindert, dass er sich in ungewollte Aktionen verirrt.
  • Minimale Rechte: Vergib nur, was der Agent für seine Arbeit braucht. Muss er nur lesen, gib ihm keinen Schreibzugriff. Das ist das Prinzip Least Privilege.
  • Echte Auslöser: Stelle sicher, dass die auslösenden Ereignisse echt und erwartbar sind. Reagiert ein Agent auf eingehende E-Mails, prüfe zum Beispiel den Absender, damit niemand den Trigger leicht fälschen kann.
  • Leitplanken: Setze strikte Grenzen, etwa die Anweisung, eine E-Mail erst nach Prüfung einer Wissensquelle zu senden.
  • Nachvollziehbarkeit: Führe Protokolle über empfangene Trigger, Entscheidungen und Aktionen und prüfe sie regelmäßig. Auffälliges Verhalten, etwa der Zugriff auf Daten, die der Agent sonst nicht nutzt, sollte einen Alarm auslösen.
  • Schrittweise starten: Teste in einer sicheren Umgebung und rolle in Stufen aus. Nach der Veröffentlichung reagiert der Agent bei jedem Trigger von selbst, deshalb solltest du seine Entscheidungen anfangs eng beobachten.
  • Auslösehäufigkeit: Sehr häufige oder endlos wiederkehrende Trigger verbrauchen mehr Ressourcen und können Kontingentgrenzen überschreiten, bis der Dienst gedrosselt wird. Admins können den Verbrauch beobachten.
  • Kosten: Nachrichten von Triggern zählen zum Verbrauch. Wie das mit Lizenz und Credits zusammenhängt, steht im Eintrag Copilot Credits und im Artikel Copilot Studio Credits verstehen.

Quellen

Häufige Fragen zu Autonomous Agent

Was sind Autonomous Agents?

Autonomous Agents sind Agents, die ohne Eingabe einer Person auf ein Ereignis reagieren, etwa eine neue E-Mail, ein neues Dokument oder eine geänderte Tabellenzeile. In Copilot Studio sind es Agents mit definierten Event-Triggern, die den Anweisungen folgen, die du ihnen gibst.

Was ist der Unterschied zwischen einem Autonomous Agent und einem normalen Agent?

Ein normaler Agent wartet auf die Nachricht einer Person und antwortet darauf. Ein Autonomous Agent startet durch ein externes Ereignis, das über einen Connector eine Nachricht an den Agent schickt, und führt dann seine Anweisungen aus, ohne dass jemand etwas eintippt.

Wie startet ein Autonomous Agent?

Über einen Event-Trigger. Das Ereignis sendet eine Nachricht mit den Daten des Ereignisses an den Agent, zum Beispiel wenn ein SharePoint-Element entsteht, eine OneDrive-Datei angelegt oder eine Planner-Aufgabe abgeschlossen wird oder eine festgelegte Zeit vergangen ist. Ohne Trigger läuft ein Autonomous Agent nicht.

Mit wessen Rechten arbeitet ein Autonomous Agent?

Mit denen der Person, die ihn gebaut hat. Event-Trigger können laut Dokumentation nur die Anmeldedaten der Agent-Autorin oder des Agent-Autors nutzen, und wer den veröffentlichten Agent anspricht, kann damit unter Umständen auf Daten und Systeme zugreifen, die diese Person freigeschaltet hat. Prüfe das vor der Veröffentlichung.

Wie rechnet Microsoft Autonomous Agents ab?

Nach Verbrauch: Jede Nachricht, die ein Trigger an den Agent schickt, zählt wie eine Anfrage an den Agent. Ein Trigger, der alle zehn Minuten auslöst, schickt also alle zehn Minuten eine Nachricht; die Abrechnungssätze nennt Microsoft in der Copilot-Studio-Dokumentation.

Wie du das im eigenen Tenant prüfst und absicherst, gehört zum Copilot-Coaching für IT und Admins.