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Copilot-Agent teilen: Was mit den Berechtigungen passiert

Wenn du einen Agenten freigibst, gibst du je nach Wissensquelle mehr frei als den Agenten. Der Unterschied zwischen eingebundenem und hochgeladenem Wissen entscheidet darüber, wer am Ende was zu sehen bekommt.

Von , Microsoft MVP Veröffentlicht Aktualisiert am

Ein Mann hält eine geöffnete auberginefarbene Schachtel mit Papierblättern und zeigt darauf; über der Schachtel schweben ein Teilen-Symbol, drei Personen-Silhouetten und ein offenes Vorhängeschloss, hinter ihm zeigt ein Laptop dieselben Symbole.
Bild KI-generiert

Wenn du einen Agenten teilst, teilst du nicht immer nur den Agenten. Liegt sein Wissen in SharePoint oder OneDrive, sieht jede Person nur, worauf sie ohnehin Zugriff hat. Hast du Dateien direkt in den Agenten hochgeladen, gehen diese Dateien mit.

In Coachings fragt danach fast nie jemand von selbst. Ohne Hinweis wird der Unterschied häufig übersehen.

Zwei Arten von Wissen, zwei Arten von Zugriff

Der Agent Builder kennt zwei Wege, einem Agenten Wissen mitzugeben – zwei Arten von Knowledge Source. Beim Teilen verhalten sie sich unterschiedlich:

Wissensquelle Wer bekommt was zu sehen
Dateien, Ordner, Listen oder Sites aus SharePoint und OneDrive Der Agent hält sich an die Berechtigungen und Vertraulichkeitsbezeichnungen der Person, die fragt. Fehlt ihr der Zugriff auf eine Quelle, lässt der Agent deren Inhalt aus der Antwort weg
Dateien, die du vom Gerät aus in den Agenten hochlädst (eingebettet) Die Dateien gehen mit dem Agenten mit. Wer ihn bezieht, kann Antworten daraus bekommen

Der zweite Weg ist der bequemere: Datei hochladen, fertig. Er ist auch der, bei dem du die Berechtigung selbst entscheidest, statt sie von SharePoint entscheiden zu lassen.

Ein typischer Fall (konstruiert, er zeigt nur das Muster): Du baust einen Agenten, der Fragen zu euren internen Richtlinien beantwortet, und lädst ein paar Richtliniendokumente direkt in ihn hoch – schnell, ohne Umweg über eine Bibliothek. Dann gibst du ihn an eine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen frei. Ab diesem Moment beantwortet er ihre Fragen aus diesen Dokumenten, auch wenn sie die Dateien vorher nicht öffnen konnten. Hättest du dieselben Dokumente aus SharePoint eingebunden, hätte der Agent bei jeder Person nur benutzt, was sie ohnehin sehen darf.

Entziehen wirkt nicht rückwärts

Beim Teilen kannst du ausgewählte SharePoint-Ordner und -Dateien gleich mitfreigeben. Das setzt voraus, dass du selbst das Recht hast, sie freizugeben. Zwei Punkte daran werden leicht übersehen:

  • Scheitert die Freigabe einer Datei, wird der Agent trotzdem geteilt. Er läuft dann bei diesen Personen ohne dieses Wissen weiter. Um den Zugriff nachzuziehen, musst du die Datei in SharePoint selbst freigeben oder die Websiteadministration darum bitten.
  • Nimmst du jemandem später den Zugriff auf den Agenten, bleibt der Zugriff auf die mitfreigegebenen Dateien und Ordner bestehen. Den nimmst du direkt in SharePoint zurück, nicht im Agenten.

Der zweite Punkt ist der, der sich sammelt. Zugriff auf einen Agenten ist schnell entzogen, die Dateirechte dahinter bleiben – und niemand sieht sie, wenn niemand hinsieht. Das ist derselbe Mechanismus, aus dem SharePoint-Oversharing entsteht, nur mit einem neuen Weg hinein.

Mit allen zu teilen ist der schwierigere Fall

Das automatische Mitfreigeben von SharePoint-Dateien und -Ordnern ist auf bestimmte Sicherheitsgruppen beschränkt. Teilst du einen Agenten mit allen in der Organisation, werden die Dateiberechtigungen nicht automatisch mitgesetzt: Du vergibst sie selbst, sonst antwortet der Agent bei diesen Personen ohne die Inhalte, für die du ihn gebaut hast.

Praktisch heißt das: Je breiter du teilst, desto mehr Handarbeit steckt in der Berechtigung – oder desto weniger kann der Agent. Das ist kein Fehler, sondern die Stelle, an der das Berechtigungsmodell sichtbar wird.

Stand: September 2026. Die Angaben beziehen sich auf Agenten aus dem Agent Builder in Microsoft 365 Copilot; für Agenten aus Copilot Studio gelten eigene Regeln.

Vier Fragen, bevor du auf „Teilen“ klickst

  1. Woher kommt das Wissen? Aus SharePoint oder OneDrive – oder vom Gerät hochgeladen? Nur beim ersten Weg entscheidet die Berechtigung der fragenden Person mit.
  2. Wenn hochgeladen: Darf das jede Person sehen, die den Agenten bekommt? Wenn nicht, gehört die Datei nach SharePoint und von dort eingebunden.
  3. Teilst du mit einer Sicherheitsgruppe oder mit allen? Danach richtet sich, ob die Dateifreigabe mitläuft oder von Hand kommt.
  4. Wer nimmt die Dateirechte zurück, wenn jemand das Team verlässt? Der Entzug des Agenten allein tut es nicht.

Die vier Fragen kosten zusammen ein paar Minuten. Sie sind Least Privilege Design in klein: Der Agent bekommt das Wissen, das er für seine Aufgabe braucht – nicht das, was beim Bauen am schnellsten zur Hand war. Bei einer neuen Idee kannst du die Rechte und Freigabe deiner Agent-Idee schon vor dem Bau kostenlos prüfen lassen.

Was du diese Woche tun kannst

Sieh dir einen Agenten an, den du bereits geteilt hast, und beantworte Frage 1 für ihn. Wenn sein Wissen hochgeladen ist, weißt du danach, ob du ihn so lassen willst. Für die Freigaben in SharePoint selbst gibt es einen lesenden Prüfplan als Prompt: SharePoint-Berechtigungen als Prüfplan.

Dasselbe für einen ganzen Tenant zu klären – welche Wissensquellen erlaubt sind, wer teilen darf, wie Berechtigungen zurückgenommen werden – ist der Stoff, aus dem das Coaching für IT und Admins besteht.

Quellen: Share and manage agents, Add knowledge sources to your declarative agent, Agent Builder in Microsoft 365 Copilot, abgerufen im September 2026