Die Dokumentation beschreibt, wie Agents damit Aufgaben über Daten und Anwendungen hinweg in ihrem Arbeitszusammenhang bearbeiten können.
Wofür nutzt man Work IQ?
Ein Agent erhält für eine Projektaufgabe nicht nur eine einzelne Datei, sondern den passenden Kalendertermin, die zugehörigen Teams-Nachrichten und den freigegebenen Arbeitsbereich.
Wie funktioniert Work IQ?
Die Dokumentation nennt Work IQ eine Intelligenzschicht für den Arbeitsplatz: Sie baut ein semantisches Verständnis über Microsoft 365 und angebundene Fremdsysteme auf und berücksichtigt dabei Berechtigungen. Die Übersicht gliedert sie in vier Bausteine:
- Chat: Unterhaltungen und die Zusammenarbeit von Agent zu Agent, damit ein Agent Arbeit weiterreichen und Antworten in Copilot-Qualität zurückbekommen kann.
- Kontext: Work IQ stellt den Kontext selbst zusammen und verankert ihn in Organisationsdaten. Ein Agent muss Rohsignale nicht selbst einsammeln. Neben Microsoft-365-Daten gehören Geschäftsdaten aus Dynamics 365 und der Power Platform dazu.
- Werkzeuge: Der Work-IQ-MCP bündelt laut Doku Hunderte Einzeloperationen in zehn allgemeine Werkzeuge für Postfach, Kalender, Dateien, Personen, Chat und Sites. Ein Agent kann zur Laufzeit herausfinden, welche Daten es gibt und wie sie aufgebaut sind.
- Arbeitsbereiche: Für länger laufende Abläufe gibt es einen dauerhaften Speicherplatz innerhalb der Tenant-Grenze (SharePoint Embedded), in dem ein Agent Zwischenstände und Ergebnisse ablegt.
Angesprochen wird Work IQ über Schnittstellen: Agent-zu-Agent (A2A), ein MCP-Server (lokal und remote) und eine REST-Schnittstelle. Die API-Übersicht nennt als Gegenstand unter anderem E-Mails, Besprechungen und Kalender, Dokumente in OneDrive und SharePoint, Teams-Nachrichten, Personen und Organisationskontext, Planner-Pläne und Suchergebnisse.
Eine andere Seite derselben Dokumentation beschreibt Work IQ in drei Schichten: Daten, Kontext sowie Skills und Werkzeuge. Als Teil des Kontexts führt sie dort Copilot Memory und den semantischen Index auf. Für die Einordnung genügt: Daten, Kontext und Werkzeuge liegen hinter einer gemeinsamen Schnittstelle.
Wie grenzt sich Work IQ von verwandten Begriffen ab?
- Grounding ist das Vorgehen, eine Antwort mit passenden Informationen zu verankern. Work IQ ist die Schicht, die diesen Kontext für Agents zusammenstellt und verankert.
- Memory und der Semantic Index sind laut Doku Bestandteile der Kontextschicht, nicht Ersatz dafür.
- MCP ist der offene Standard, über den ein Agent Werkzeuge nutzt. Der Work-IQ-MCP ist einer der Zugänge zu Work IQ.
- Copilot Cowork greift auf Work IQ zurück: Die Cowork-Dokumentation nennt es ausdrücklich als Quelle, aus der Cowork Inhalte für eine Aufgabe holt.
- Connectors bringen externe Daten in den Bestand. Laut Doku zählen Daten aus Copilot Connectors zur Datenschicht von Work IQ.
Wann nimmst du was?
Willst du als Anwender nur Fragen beantwortet haben, nutzt du Work IQ ohnehin, ohne es zu bemerken: Es steckt in den Copilot-Erlebnissen. Interessant wird es, wenn du selbst Agents oder Anwendungen baust, die Arbeitsdaten brauchen. Dann sparst du dir laut Dokumentation eigene Abrufketten, Vektorspeicher und Synchronisierungsjobs, weil Work IQ Berechtigungen und Richtlinien schon mitbringt. Für Fremdsysteme bleiben Connectors der Weg.
Worauf solltest du bei Work IQ achten?
Work IQ ist ein Produktbereich mit laufender Entwicklung; Verfügbarkeit und Details können sich ändern. Entscheidend bleiben Konto-Berechtigungen, Admin-Steuerung und eine klare Begrenzung der Aufgabe.
- Berechtigungen: Anfragen laufen laut Doku im Namen der angemeldeten Person (delegierte Anmeldung über Microsoft Entra ID). Reine App-Zugriffe ohne Person unterstützt Work IQ nicht. Berechtigungen, Sensitivity Labels und Compliance-Richtlinien gelten automatisch weiter. Das heißt auch: Zu offene Freigaben bleiben zu offen. Räume sie vorher auf, siehe SharePoint-Oversharing.
- Nachvollziehbarkeit: Jeder Werkzeugaufruf wird protokolliert und bewertet. Das ermöglicht Prüfung, Auswertung der Nutzung und Begrenzung der Aufrufrate.
- Einrichtung und Kosten: Für den Zugang über die Schnittstellen beschreibt die Doku eine einmalige Einrichtung durch einen globalen Administrator. Die Kosten lassen sich im Microsoft 365 Admin Center steuern.
- Status und Lizenz: Die Dokumentation kennzeichnet einzelne Bereiche wie den Work-IQ-MCP und Work IQ in Copilot Studio als Preview. Zur Lizenz beschreibt die API-Seite eine nutzungsbasierte Abrechnung über Copilot Credits, die Seite zum MCP in der Vorschau verlangt eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz. Prüfe vor der Planung, welche Aussage für deinen Zugang gilt.
Quellen
- Microsoft Learn: Work IQ overview
- Microsoft Learn: Work IQ API overview
- Microsoft Learn: Enable your tenant for Work IQ
- Microsoft Learn: Work IQ MCP overview (preview)
- Microsoft Learn: Copilot Cowork overview
- Microsoft Learn: Microsoft Copilot overview